Anwendungshilfe
Rechts. Abgestürzt. Arbeitslos. Verroht. Pervers. Tot: Wer verändern will, muss
wissen. Der Beipack-Zettel zu unserer Kollektion
Rechts
Bis zur Landtagswahl 2009 saß die rechtsextreme DVU zehn Jahre im
brandenburgischen Landtag.
Im Januar 2008 hätten 7 Prozent der Männer NPD gewählt. Bei den 18 bis 29
-Jährigen lag das Wählerpotential der Partei sogar bei 12 Prozent.
„Brutale Angriffe, offene Ausgrenzung von Menschen aus anderen Ländern, von
anders Aussehenden oder anders Denkenden – das alles ließ und lässt sich nicht
unter der Rubrik ,Isolierte Einzelfälle’ verbuchen.“ (Ministerpräsident Matthias
Platzeck im Jahr 2008)
Abgestürzt
11,5 Prozent der jungen Brandenburger schaffen nicht einmal den
Hauptschulabschluss, deutlich mehr als im Bundesschnitt (7,7 Prozent).
Die Zahl der über 50-Jährigen, die wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus
eingeliefert wurden, stieg in Brandenburg zwischen 2004 und 2008 um 46,8
Prozent.
Schon 230 000 Schuldner leben in Brandenburg. In Frankfurt (Oder) ist die Gefahr
der Privatinsolvenz so verbreitet wie nirgendwo sonst in Deutschland.
Laut Gewerkschaft der Polizei wurden seit 1999 ganze 1347 Polizei-Stellen
abgebaut.
Arbeitslos
153 528 Brandenburger (11,5 Prozent) waren im September arbeitslos. Der
Bundesschnitt lag bei 8,0 Prozent.
„Ein Viertel der Kinder ist in Brandenburg von Armut bedroht.“ (Andreas
Kaczynski, Vorsitzender der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege
im November 2008)
Laut DGB verdient jeder Vierte der rund 730 000 Beschäftigten in Brandenburg
weniger als 7,50 Euro die Stunde. Damit liegt Brandenburg bundesweit auf dem
vorletzten Platz.
20 000 Brandenburger aus 1300 Betrieben waren im August 2009 krisenbedingt in
Kurzarbeit.
Verroht
Immer mehr Mütter wissen nicht mehr, was sie tun.
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März 2009: Eine Studentin aus Barnim wird verhaftet, weil sie ihre Zwillinge
getötet haben soll. Den ersten nach der Geburt, den zweiten noch im Bauch.
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April 2008: Eine 25-jährige Cottbusserin bringt ein Baby zur Welt, wickelt
es in ein Handtuch und drückt so lange, bis es verstummt. Später verscharrt sie
das Neugeborene mit bloßen Händen am Gräbendorfer See.
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Februar 2008: Eine 23-Jährige aus Lübben (Dahme-Spreewald) ertränkt ihr
Neugeborenes in der Badewanne.
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Februar 2008: Eine 19-jährige Mutter und ein 21-jähriger Vater aus Frankfurt
(Oder) lassen ihren sechs Monate alten Sohn verhungern.
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Februar 2008: Die Polizei findet ein totes Kind in Nauen. Die 22-jährige
Mutter hatte ihr Baby sterben lassen und in einem Abrisshaus versteckt.
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Dezember 2007: Eine 18-Jährige aus Schwarzheide bringt einen kleinen Jungen
zur Welt und erdrosselt ihn mit einem Strumpf.
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Sommer 2005: Eine Todes-Mutter aus Brieskow-Finkenherd kommt in Haft, weil
sie neun Kinder zur Welt brachte, sterben ließ und die Leichen im Blumenkasten
versteckte.
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Juni 2004: Eine Mutter aus Cottbus lässt ihren Sohn Dennis qualvoll
verhungern und versteckt ihn in der Tiefkühltruhe.
Pervers
Die Zahl der Vergewaltigungen ist von 208 im Jahr 2007 auf 306 Fälle im Jahr
2008 explodiert. Das entspricht einer Steigerung um 47 Prozent. „Wir haben dafür
noch keine gesicherte Erklärung“, so Brandenburgs Innenminister im März 2009.
Tot
Nirgendwo in Deutschland sterben in Relation zur Bevölkerungszahl so viele
Menschen bei Unfällen. Von Januar bis Oktober 2008 gab es 66 128 Verkehrsunfälle
mit 9162 Verletzten und 184 Getöteten.
105 Verkehrsteilnehmer ließen im ersten Halbjahr 2009 ihr Leben auf Brandenburgs
Straßen.
In Brandenburg werden 2050 auf jeden Rentner nur noch 1,1 Erwerbstätige kommen.
Heute sind es bundesweit im Schnitt: 3,1 Erwerbstätige.
170 Ärzte-Stellen in Brandenburgs Kliniken waren im August 2009 unbesetzt.
Zur Vermeidung von Geisterstädten müssen noch mehr Wohnungen abgerissen werden.
Wegen sinkender Bevölkerungszahlen gibt es laut Verband Berlin-Brandenburgischer
Wohnungsunternehmen dazu keine Alternative. Bis Ende 2008 wurden bereits 40 000
Wohnungen dem Erdboden gleichgemacht.
Im Mai 2009 standen 37 864 Wohnungen zwischen Elbe und Oder leer. 14 Prozent
aller Wohnungen in Brandenburg (Havel), 17,9 Prozent in Eisenhüttenstadt, 18,7
Prozent in Forst, 33,7 Prozent in Luckenwalde und 24,1 Prozent in Wittenberge.
Seit 1996 sind in Brandenburg 421 Schulen geschlossen worden, fast die Hälfte
davon Grundschulen.
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